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Viele Interessenten: Gemeinde Bestwig will neue Wohnbauflächen schaffen

Published: 4. November 2021

Wer in der Gemeinde Bestwig seine eigenen vier Wände errichten möchte, für den wird es allmählich eng: Ein Großteil der Baugrundstücke in den öffentlichen Baugebieten sind bereits verkauft oder reserviert. Dabei gibt es aktuell ein großes Interesse an Bauplätzen im Gemeindegebiet. Deshalb war ein neues Wohnbauflächenkonzept jetzt Thema im Gemeindeentwicklungsausschuss.

Hintergrund: Aktuell sind alle freien Grundstücke in den Wohngebieten Im Westfeld (4) und Im Wiebusch (15) reserviert. In Andreasberg sind im gemeindlichen Wohngebiet Oben auf der Wiemhufe drei Bauplätze reserviert - zwei bis drei sind noch frei.  Am Rand des Baugebiets Auf’m Heidfeld in Ramsbeck ist noch ein Bauplatz frei. „Es besteht ein deutlicher Bedarf an Bauplätzen“, so das Fazit von Ausschussvorsitzendem Markus Sommer (CDU).

Deshalb soll ein Wohnbauflächenkonzept ermöglichen, kurz- und mittelfristig weiteres Bauland zur Verfügung zu stellen. Das Konzept setzt dabei auf mehrere Bausteine. Zum einen sollen Flächen vermarktet werden, die sich in Gemeinde-Besitz befinden, aber nicht mehr für andere Zwecke benötigt werden. Allerdings: Dieses Potenzial sei begrenzt, „die meisten Flächen werden aktiv genutzt“, so Jörg Stralka, Leiter des Bau- und Unweltamtes. Vermarktet werden könnten drei Wohnbauflächen am Ende der Nordstraße sowie nordwestlich der Grundschule in Nuttlar sowie am Verbindungsweg zwischen Schützenhallen-Parkplatz und der Straße Zum Schützenplatz in Velmede. Vor einem Verkauf wird die Gemeindeverwaltung die örtliche Kommunalpolitik beteiligen. In jedem Fall soll es eine zweijährige Bauverpflichtung geben.

Das größte Potenzial sieht die Gemeindeverwaltung im privaten Bereich - zum Beispiel bei Baulücken oder übergroßen Gartengrundstücken, die bebaut werden könnten. Deshalb soll die Gemeindeverwaltung im kommenden Jahr bestehende Baulücken identifizieren und im Anschluss Kontakt mit den Grundstückseigentümern aufnehmen, um die Möglichkeit eines Verkaufs zu klären. Es sollen möglichst viele private Bauflächen im Innenbereich mobilisiert werden. Ein Weg zu diesem Ziel: Ein öffentliches Baulückenkataster, das dann die Basis für eine Vermarktung der Bauflächen bilden könnte. Priorität sollen dabei im Gemeindegebiet Bestwig, Heringhausen und Ostwig haben - hier sieht man im Bürger- und Rathaus die größten Bedarfe. Markus Sommer machte deutlich, dass dies aber nicht nur eine Aufgabe der Gemeindeverwaltung sei: „Hier sind auch Ortsvorsteher und Ratsmitglieder gefragt.“

Eine weitere Möglichkeit: Flächen, auf denen laut Flächennutzungsplan eine Wohnbebauung perspektivisch möglich wäre, und die sich in privatem Eigentum befinden, könnten überplant und als weitere Baugebiete erschlossen werden. Allerdings: In der Gemeinde Bestwig gibt es den Grundsatzbeschluss, dass eine Bauleitplanung in der Regel nur dann erfolgt, wenn die Gemeinde Bestwig Flächeneigentümerin ist - dies soll auch Grundstückspreise ermöglichen, die sich in vertretbarem Rahmen bewegen. Wichtig dafür ist die grundsätzliche Verkaufsbereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer - die von der Gemeinde Bestwig um eine Stellungnahme gebeten werden sollen.

Potenziale sieht die Gemeindeverwaltung in den folgenden Bereichen: In Wasserfall entlang der Aurorastraße, in Heringhausen an der Bestwiger Straße, Steinweg und Professor-Hoberg-Straße, in Nuttlar im Bereich Am Abeloh und Königstraße, Am Dümel, Birkenhof und Zum Dümelskopf, in Ostwig an der Schildstraße und Zum Loh, in Ramsbeck Auf dem Heidfeld, am Buchenweg und Im Felde, in Berlar an der Straße Zum Weihen sowie in Velmede im Bereich Baumhof- und Gartenstraße, Halbeswiger Straße und Kanalstraße. Dabei müsse aber auch klar sein, dass es sich lediglich um Potenzialflächen  handele, so Markus Sommer: „Was realisiert werden kann und wird, ist völlig offen.“

In den Reihen der Ausschussmitglieder trifft dieses Vorgehen auf einhellige Zustimmung: „Es ist wichtig, dass etwas passiert“, so CDU-Fraktionschef Alexander Brockhoff. Bereits in seiner Haushaltsrede habe er der Wohnbauflächenentwicklung Priorität eingeräumt. Paul Theo Sommer, Fraktionsvorsitzender der SPD, forderte realistische Möglichkeiten für Bauwillige - es gelte aber auch, mögliche Konfliktpotenziale im Auge zu behalten. Und für die Grünen begrüßte Fraktionsvorsitzender Matthias Scheidt die Tatsache, dass auch künftig in der Gemeinde Bestwig bei der Ausweisung von Bauflächen die Innenentwicklung der Orte Vorrang vor der Außenentwicklung haben soll.

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