hello world!

Ruhr-Renaturierung wird in Velmede fortgesetzt: Gut für Mensch und Natur - und Hochwasserschutz

Published: 14. August 2021

Noch dehnt sich hier eine schier endlose grüne Wiese aus. Schon im kommenden Jahr wird hier die Ruhr in einem breiten Bett fließen, mit kleinen Inseln, die sich je nach Wasserstand verändern, und Biotopen, die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten ideale Lebensbedingungen bieten. Im Hennenohl zwischen Bestwig und Velmede renaturiert die Gemeinde Bestwig einen weiteren Abschnitt der Ruhr.

Bereits im Jahr 2014 hatte die Gemeinde Bestwig einem rund 7,5 Hektar großen Areal weiter östlich im Hennenohl ein naturnahes Gesicht zurückgegeben - und dabei ein kleines Paradies erschaffen. „Jede Menge Tier- und Pflanzenarten haben sich neu angesiedelt“, weiß Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig - und auch bei den Bürgerinnen und Bürgern erfreut sich der Bereich großer Beliebtheit als Spazier- und Ausflugsziel.

Nun soll die Renaturierung in Richtung Westen weiter fortgesetzt werden - „quasi als zweite Bauphase“, erläutert Friedhelm Koch. Möglich wird das durch den Wegfall der Wassergewinnung Hennenohl mit dem umliegenden Wasserschutzgebiet: Das heimische Kommunalunternehmen Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) hat mit dem Neubau des Wasserwerks Hennesee die Wassergewinnung im Hennenohl aufgegeben und das zugehörige Gebäude abgerissen.

Konkret soll die Ruhr im „Hennenohl II“ in Richtung Norden verschwenkt werden und mehr Platz bekommen - Bürgermeister Ralf Péus: „Die Ruhr rückt näher an den RuhrtalRadweg heran.“ „Dabei wird das Flussbett der Ruhr deutlich verbreitert“, so Umwelt-Ingenieur Koch. An vielen Stellen wird die Ruhr so flach, dass sich Kiesbänke und Übergangszonen zwischen Wasser und Land bilden. „Dynamische Eigenentwicklung“ nennen Fachleute das. Das Flussbett sucht sich selbst seinen Weg, kleine Inseln bilden und verändern sich, Totholz wird angeschwemmt. „So entstehen hier die verschiedensten Lebensbedingungen“, erläutert Friedhelm Koch, „und die Artenvielfalt wird gefördert.“ Kurzum: „Die Natur bekommt Raum, sich selbst zu entwickeln.“

Und nicht nur das: Die Gemeinde Bestwig versteht die Renaturierung auch als Beitrag zum Hochwasserschutz. Ralf Péus: „Hier stehen deutlich mehr Überflutungsbereiche bereit, die große Mengen Wasser aufnehmen können.“ Gerade bei Starkregenereignissen könne dies Überflutungen minimieren oder sogar verhindern - Bürgermeister Péus: „Dies kann die Bürger vor Ort, aber auch im weiteren Verlauf der Ruhr effektiv schützen.“

Einen Nutzen haben Einheimische wie Gäste aber auch durch das Naherholungsgebiet, das durch die Renaturierung entsteht. Insbesondere bei Sommerhitze haben kleine und große Besucher in direkter Nachbarschaft zur Ruhr ein „Logenplatz“. Die Sitzgruppe im westlichen Bereich des Hennenohls soll im Rahmen der Maßnahme aufgewertet werden, „der ganze Bereich erfährt eine deutliche Attraktivitätssteigerung“, so Ralf Péus. Mit der Renaturierung erfüllt die Gemeinde Bestwig zudem einen gesetzlichen Auftrag: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie“ verpflichtet die Städte und Gemeinden dazu, die Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln.

Nach Erteilung der Baugenehmigung sollen die Arbeiten noch im Spätherbst starten und voraussichtlich bis Frühjahr 2022 beendet sein. Für das Projekt veranschlagt die Gemeinde Bestwig Kosten von 500.000 Euro - 80 Prozent davon stammen aus Fördermitteln des Landes NRW. Der Eigenanteil der Gemeinde Bestwig wird in Form von so genannten „Ökopunkten“ gutgeschrieben. Sie werden dringend benötigt, um andere Baumaßnahmen umsetzen zu können.

Nicht nur die Natur profitiere von dem Projekt, unterstreicht Bürgermeister Péus: „Die Bürgerinnen und Bürger in Velmede und Bestwig erhalten so ein weiteres naturnahes Stück Flusslandschaft mitten im Ort - im Sauerland ist so etwas außergewöhnlich.“

 

 

Montag bis Mittwoch
08:30 bis 12:30 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr
Donnerstag
08:30 bis 12:30 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
Freitag
08:30 bis 13:00 Uhr
chevron-down
Schriftgröße ändern