Haben Sie vor kurzem ein Kind bekommen oder werden demn├Ąchst Eltern?

Hier finden Sie Informationen und Tipps zu Themen, die in der Zeit vor und nach der Geburt f├╝r Sie wichtig werden k├Ânnten.

 

Wenn Ihr Kind in Bestwig geboren wurde, m├╝ssen Sie die Geburt innerhalb von einer Woche beim Standesamt in Bestwig anzeigen. 

Falls die Geburt in einem Krankenhaus war, erfolgt die Anzeige schriftlich durch die Krankenhausverwaltung.

Melden Sie sich bitte nach der Entbindung in der Aufnahme des Krankenhauses. War die Geburt eine Hausgeburt, muss die Anzeige pers├Ânlich beim Standesamt erfolgen.

 

Notwendige Unterlagen f├╝r die Geburtsbeurkundung


Die nachfolgende Auflistung dient als Orientierungshilfe. Da nicht alle personenstandsrechtlichen Details hier aufgelistet werden k├Ânnen, informieren Sie sich bitte bei Bedarf direkt beim Standesamt.

Wenn die Eltern verheiratet sind:

  • Stammbuch der Familie oder Eheurkunde
  • Falls kein Stammbuch vorliegt und die Ehe im Ausland geschlossen wurde, werden eine internationale Heiratsurkunde oder eine Heiratsurkunde mit ├ťbersetzung ben├Âtigt.
  • Geburtsurkunden beider Elternteile

Wenn die Kindesmutter geschieden oder verwitwet ist:

  • Neu ausgestellte beglaubigte Ablichtung des Eheregisters der letzten Ehe mit Aufl├Âsungsvermerk

Falls die Ehe im Ausland geschlossen wurde

  • neu ausgestellte internationale Heiratsurkunde oder Heiratsurkunde mit ├ťbersetzung und rechtskr├Ąftiges Scheidungsurteil mit ├ťbersetzung
  • Geburtsurkunde der Mutter

Wenn die Kindesmutter ledig ist:

  • Geburtsurkunde, bei Geburt im Ausland mit ├ťbersetzung

 

Anerkennung der Vaterschaft:

Wenn die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind, muss der Vater eine Vaterschaftsanerkennung durchf├╝hren.

Die Anerkennung kann auch beim Standesamt oder beim Jugendamt gemacht werden.

F├╝r die Anerkennung ben├Âtigt der Vater seinen Reisepass oder Personalausweis und seine Geburtsurkunde.

Je nach personenstandsrechtlichen Voraussetzungen k├Ânnen im Einzelfall noch weitere Dokumente notwendig sein.

 

Kosten f├╝r die Geburtsbeurkundung

  • 10 Euro f├╝r die Ausstellung der Geburtsurkunde
  • 21 Euro f├╝r die Namenserkl├Ąrung, falls gew├╝nscht

 

Wenn Eltern nicht verheiratet oder geschieden sind, ergeben sich oft viele Fragen zum Thema Unterhalt, Vaterschaft und elterliche Sorge.

Alle Bestwiger Einwohner, die Eltern werden, k├Ânnen die Beratung und Unterst├╝tzung der GemeindeBestwig in Bezug auf Beratung zum Unterhalt, Vaterschaftsfeststellung und gemeinsamer elterlicher Sorge wahrnehmen. 

Die Leistungen sind kostenfrei. Wir bitten um vorherige telefonische Terminvereinbarung.

Wer sich vorher zu verschiedenen Themenbereichen wie Unterhalt, Beistandschaften oder Beurkundungen informieren will, findet nachfolgend einige Antworten zu den Themen

 

Gemeinsame elterliche Sorge von nicht miteinander verheirateten Eltern


Grunds├Ątzlich hat zun├Ąchst die Mutter die alleinige elterliche Sorge f├╝r das Kind. Diese kann jedoch auch von beiden Elternteilen gemeinsam ausge├╝bt werden, wenn Mutter und Vater erkl├Ąren, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ├╝bernehmen wollen.

Hierzu ist die Beurkundung der Sorgeerkl├Ąrung durch den Urkundsbeamten eines Jugendamtes oder einen Notar erforderlich.

Auch kann das gemeinsame Sorgerecht durch eine gerichtliche Entscheidung ├╝bertragen werden, wenn ein Elternteil dies beantragt und zu erwarten ist, dass dies dem Kindeswohl nicht widerspricht.

Eine Beendigung der gemeinsamen elterlichen Sorge ist nur durch eine gerichtliche Entscheidung m├Âglich.

Beurkundungen k├Ânnen beim Urkundsbeamten jedes Jugendamtes nach Terminvereinbarung erfolgen.

Die Anerkennung der Vaterschaft und die Abgabe der Sorgeerkl├Ąrung ist bereits vor der Geburt des Kindes m├Âglich.

F├╝r die Beratung, Unterst├╝tzung und die Beistandschaft ist jeweils das Jugendamt Ihres Wohnortes zust├Ąndig.


Bescheinigung ├╝ber alleinige elterliche Sorge der Mutter


Das Jugendamt des Wohnortes der Mutter stellt eine Bescheinigung dar├╝ber aus, dass keine Sorgeerkl├Ąrung abgegeben wurde.


Namensrecht


Bei gemeinsamer elterlicher Sorge entscheiden die Eltern gemeinsam, welchen Familiennamen das Kind erhalten soll.

Aber auch bei alleiniger elterlicher Sorge eines Elternteils kann das Kind den Namen des anderen Elternteils oder auch den Namen des Ehegatten des Sorgeberechtigten erhalten.

Ausk├╝nfte hierzu erteilt das Standesamt.

 

Wenn die Eltern eines Kindes nicht miteinander verheiratet sind: Es mag f├╝r Sie feststehen, wer der Vater Ihres Kindes ist oder dass Sie der Vater eines Kindes sind, obwohl Sie nicht mit der Mutter verheiratet sind; jedoch ist dies erst dann offiziell und rechtsg├╝ltig, wenn der Vater auch im Geburtenbuch und in der Abstammungsurkunde des Kindes eingetragen ist.



Die Eintragung im Geburtenbuch ist m├Âglich:

  • nach Anerkennung der Vaterschaft in einer Urkunde beim Urkundsbeamten eines Jugendamtes, beim Standesbeamten oder bei einem Notar. Hierzu sollten sie jeweils einen Termin vereinbaren. Zur Wirksamkeit ist noch die Zustimmung der Mutter erforderlich, die ebenfalls in einer Urkunde bei den genannten Personen erfolgen muss.
  • durch einen gerichtlichen Beschluss nach Stellung eines Vaterschaftsfeststellungsantrages, falls der Vater zur freiwilligen Anerkennung nicht bereit ist oder nicht nur ein Mann als Vater des Kindes in Frage kommt. In diesem Fall ist die Beantragung einer Beistandschaft sinnvoll.

 

Die Vaterschaftsfeststellung ist insbesondere f├╝r folgende Angelegenheiten unentbehrlich:

  • Unterhaltsanspr├╝che zwischen Kind und Vater
  • Erbanspr├╝che zwischen Kind und Vater
  • Anspr├╝che der Mutter gegen den Vater des Kindes (Entbindungskosten, Unterhalt)
  • gemeinsames Sorgerecht f├╝r Mutter und Vater des Kindes
  • Erteilung des Namens des Vaters
  • Sorgerecht nach dem Tod der Mutter

 

Beratung und Unterst├╝tzung nach ┬ž 18 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes


Der allein f├╝r ein Kind sorgende Elternteil, bei dem das Kind lebt, oder der junge Vollj├Ąhrige (bis zum 21. Lebensjahr), kann sich beim Jugendamt bez├╝glich der Geltendmachung und Durchsetzung von Unterhaltsanspr├╝chen beraten lassen und auf Wunsch auch weitere Unterst├╝tzung bekommen.

Dazu geh├Âren Ausk├╝nfte ├╝ber die Unterhaltsh├Âhe und das Errechnen der Unterhaltsforderung, Schriftwechsel mit dem Unterhaltspflichtigen und ggf. Vorbereitung von Schrifts├Ątzen f├╝r das Gericht sowie das Angebot zur freiwilligen Beurkundung der Unterhaltsforderung.

Eine gerichtliche Vertretung ist dabei nicht m├Âglich. Hier k├Ąme dann jedoch die Beantragung einer Beistandschaft in Betracht.


Beurkundung von Unterhaltsverpflichtungen


Nach Berechnung der H├Âhe der Unterhaltsforderung sollte vom Unterhaltspflichtigen auch die Aufnahme einer Unterhaltsverpflichtungsurkunde gefordert werden.

Dann k├Ânnen gegebenenfalls auch Zwangsvollstreckungsma├čnahmen durchgef├╝hrt werden, wenn keine freiwilligen Zahlungen des Unterhaltspflichtigen erfolgen oder dieser die Zahlungen sp├Ąter einstellt. Entsprechende Urkunden k├Ânnen u.a. beim Urkundsbeamten des Jugendamtes aufgenommen werden (bitte Termin vereinbaren).

Beistandschaft

Aufgrund des schriftlichen Antrages des Elternteils, der ein Kind allein erzieht, kann das Jugendamt des Hochsauerlandkreises Beistand f├╝r das Kind f├╝r folgende Bereiche werden:

  • Feststellung der Vaterschaft des Kindes und/oder 
  • Geltendmachung von Unterhaltsanspr├╝chen

Die elterliche Sorge des Sorgeberechtigten wird dabei nicht eingeschr├Ąnkt und die Beistandschaft kann durch ein Schreiben an das Jugendamt zu jeder Zeit wieder beendet werden. Als Beistand kann das Jugendamt z.B. folgende Aufgaben f├╝r Sie erledigen:

  • Aufforderung des Vaters zur Anerkennung der Vaterschaft und Aufnahme der notwendigen Urkunden
  • Erhebung eines Vaterschaftsfeststellungsantrages, falls der Vater zur freiwilligen Anerkennung nicht bereit ist und Vertretung des Kindes vor Gericht 
  • Stellung von Verfahrens- und Prozesskostenhilfeantr├Ągen f├╝r das Kind 
  • Berechnung der Unterhaltsforderung des Kindes nach der Geburt und folgend alle 2 Jahre
  • Einziehung und Kontrolle der Unterhaltszahlungen und ggf. Weiterleitung des Unterhaltes, wenn andere Stellen f├╝r das Kind Unterhalt gew├Ąhren (Unterhaltsvorschusskasse, Jobcenter) 
  • Ermittlungen zum Aufenthalt und Arbeitgeber des Unterhaltspflichtigen 
  • Beantragung von Zwangsvollstreckungsma├čnahmen (Gehaltspf├Ąndung, Sachpf├Ąndung)

 

Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Unterst├╝tzung