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Für gesunde „Straßenbäume“: Bestwig startet Kooperation mit Regionalforstamt

Published: 8. Februar 2021

Bäume in den Ortschaften sorgen nicht nur für ein schönes Ortsbild - „sie sind kleine Biotope und haben außerdem eine positive Wirkung auf das Mikroklima“, weiß Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Bei der Kontrolle der Bäume an den gemeindlichen Straßen arbeitet die Gemeinde ab sofort mit den Fachleuten des Regionalforstamtes Soest-Sauerland zusammen - ein Pilot-Projekt in der Region.

 

Hintergrund: Straßenbäume dürfen nicht zu einem Sicherheitsrisiko werden und im Extremfall sogar Verkehrsteilnehmer gefährden. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Allerdings: Die rechtlichen Anforderungen an diese Kontrollen steigen - „deshalb wollen wir auf das Fachwissen und die personellen Kapazitäten des Regionalforstamts Soest-Sauerland zurückgreifen“, erläutert Friedhelm Koch. Eine solche Zusammenarbeit zwischen Kommunen und dem heimischen Regionalforstamt ist ein Novum, weiß der Umwelt-Ingenieur: „Unsere Erwartung ist, das wir auf diese Weise noch mehr Qualität für Verkehrssicherheit und Umweltschutz erzeugen können.“

 

Bei der Kontrolle werden die Bäume genau „unter die Lupe genommen“ - „Wurzel, Stamm, Krone“, erläutert Gordian Siebers, zertifizierter Baumkontrolleur beim Regionalforstamt. Ist die Wurzel gesund und fest? Ist am Stamm ein Befall von Pilzen oder anderen Schädlingen sichtbar? Gibt es möglicherweise Totholz im Kronenbereich? - dies sind einige Fragen, die bei einer Baumkontrolle beantwortet werden müssen. „Selbstverständlich prüft man auch auf Stand- und Bruchsicherheit“, ergänzt Jens Nusch vom Regionalforstamt. Befindet sich ein Baum direkt an der Straße, wird auch das Lichtraumprofil untersucht - Gordian Siebers: „Es muss in den Straßenraum passen.“ Zudem erhalten die Bäume eine Nummerierung, die auf einem Metallplättchen angebracht wird.

 

Das langfristige Ziel: Auf diese Weise soll ein so genanntes Baumkataster entstehen. Hier werden nicht nur Daten wie Standort, Baumart, ungefähres Alter und Höhe festgehalten, sondern auch der Zustand, eventuelle Krankheiten oder eine Dokumentation der Pflegemaßnahmen. Jens Nusch: „So kann man erfassen, wie sich ein Baum über die Jahre verändert.“

 

Gleichzeitig geben die Experten des Regionalforstamtes der Gemeindeverwaltung Hinweise für die Pflege der jeweiligen Bäume - und Empfehlungen, ob Maßnahmen kurz-, mittel- oder langfristig durchgeführt werden sollten. Die Durchführung können dann das Team des gemeindlichen Bauhofes oder Fremdfirmen übernehmen. Dabei gehe es keineswegs darum, schnellstmöglich „die Säge ansetzen“ zu können - das Gegenteil sei der Fall, stellt Friedrich Krächter, Fachgebietsleiter beim Regionalforstamt Soest-Sauerland, klar: „Der Erhalt der Bäume ist das erste Ziel.“ Und eben dafür sei es wichtig, eine aktuelle Übersicht über Baumbestand und -zustand zu haben. Umwelt-Ingenieur Friedhelm Koch ergänzt: „Auch aus Gründen von Ökologie und Klimaschutz ist ein vielfältiger und gesunder Bestand an innerörtlichen Straßenbäumen wichtig - gerade in Zeiten des Klimawandels.“

 

Eine erste Überraschung hat auf die Baum-Experten bereits gewartet: Über 4.000 innerörtliche Bäume gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde Bestwig - die Arbeit an der neuen Aufgabe wird dem Team des Regionalforstamtes wohl erst einmal nicht ausgehen.

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