Wenn Sie nicht genĂŒgend Geld zur VerfĂŒgung haben, um Ihren notwendigen Lebensunterhalt selbst zu finanzieren, dann können Sie Arbeitslosengeld II beantragen.

Das Arbeitslosengeld II dient der Grundsicherung, also der Sicherstellung Ihres Lebensunterhalts. Die Grundsicherung fĂŒr Arbeitsuchende unterstĂŒtzt Sie mit Leistungen, die Ihnen zu einem Arbeitsplatz verhelfen sollen, Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche und Leistungen zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts.

Die Grundsicherungsleistungen werden jeden Monat im Voraus auf Ihr Konto ĂŒberwiesen. Dass sie hilfebedĂŒrftig sind, ĂŒberprĂŒft das Jobcenter in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden. Das Jobcenter bewilligt die Leistungen daher normalerweise fĂŒr 12 Monate. Manchmal bewilligt das Jobcenter Arbeitslosengeld II fĂŒr nur 6 Monate, zum Beispiel, wenn Ihr Einkommen jeden Monat unterschiedlich hoch ist.

Sie erhalten einen pauschalierten Betrag zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes.

Er deckt Ihre BedĂŒrfnisse ab, wie beispielsweise ErnĂ€hrung, Kleidung und Körperpflege und wird jĂ€hrlich angepasst.

Wenn Sie aufgrund bestimmter UmstĂ€nde mehr Geld benötigen, können Sie auch dafĂŒr Leistungen erhalten.

Leistungen fĂŒr sogenannte Mehrbedarfe erhalten beispielsweise werdende MĂŒtter ab der 13. Schwangerschaftswoche, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen oder Personen, die aus medizinischen GrĂŒnden eine kostenaufwĂ€ndigere ErnĂ€hrung benötigen.

DarĂŒber hinaus können Sie folgende Leistungen erhalten: Leistungen fĂŒr Ihre Unterkunft und Heizung, soweit diese Kosten angemessen sind. Welche Kosten angemessen sind, hĂ€ngt von dem Ort ab, in dem Sie wohnen.

Wenn Sie unter 25 Jahre alt und nicht verheiratet sind und bei Ihren Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, können Sie diese Leistungen nur bekommen, wenn Sie eine sogenannte Zusicherung des Jobcenters haben. Die Zusicherung mĂŒssen Sie bei Ihrem Jobcenter beantragen.

In NotfĂ€llen, in denen Ihr Lebensunterhalt gefĂ€hrdet ist, können Sie auf gesonderten Antrag ein Darlehen in Form von Geld- oder Sachleistungen bekommen. Das kann zum Beispiel sein, wenn Ihnen etwas gestohlen wurde oder etwas kaputtgegangen ist. Im Regelsatz ist aber bereits ein Betrag zum Sparen enthalten. Das heißt, Sie mĂŒssen Anschaffungen normalerweise von dem aus dem Regelsatz angesparten Geld bezahlen.

Sie können auch in bestimmten Situationen eine einmalige UnterstĂŒtzung auf gesonderten Antrag erhalten. Beispiele dafĂŒr sind eine Erstausstattung der Wohnung oder eine Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt.

Bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II wird Ihr Einkommen und Vermögen und das aller Personen, mit denen Sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, berĂŒcksichtigt. Zum Einkommen gehören: Einnahmen aus einer Arbeit (auch von SelbstĂ€ndigen), Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I, Elterngeld oder Krankengeld, Kapital- und ZinsertrĂ€ge sowie Einnahmen aus Aktienbesitz, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Land- und Forstwirtschaft, Unterhaltsleistungen und Kindergeld, Renten, einmalige Einnahmen, beispielsweise Steuererstattungen oder Erbschaften, und Berufsausbildungsbeihilfe, Ausbildungsgeld, BAföG. Hiervon werden abgezogen: Steuern, die auf das Einkommen entfallen (beispielsweise Lohnsteuer und Einkommensteuer).

PflichtbeitrĂ€ge zur gesetzlichen Sozialversicherung (beispielsweise Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung) und Werbungskosten, also Kosten, die die AusĂŒbung Ihres Berufs verursacht, gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen (beispielsweise Kfz-Haftpflicht), eine Pauschale von EUR 30,00 pro Monat fĂŒr private Versicherungen, beispielsweise eine Hausratversicherung und BeitrĂ€ge fĂŒr eine Riester-Rente.

FĂŒr das Erwerbseinkommen wird Ihnen außerdem ein Freibetrag (ein Betrag, der nicht angerechnet wird) gewĂ€hrt. Der Freibetrag ist von der Höhe Ihres erzielten Bruttoeinkommens abhĂ€ngig. Ihr Vermögen wird bei der PrĂŒfung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld II berĂŒcksichtigt, wenn es verwertbar ist und einen bestimmten Freibetrag ĂŒbersteigt. Verwertbar ist Vermögen, wenn es fĂŒr den Lebensunterhalt direkt verwendet werden kann oder sein Geldwert durch Verbrauch, Verkauf, Beleihung, Vermietung oder Verpachtung fĂŒr den Lebensunterhalt genutzt werden kann. Nicht verwertbar sind VermögensgegenstĂ€nde, ĂŒber die Sie nicht frei verfĂŒgen können oder dĂŒrfen, beispielsweise, weil der Vermögensgegenstand verpfĂ€ndet ist. Zum Vermögen zĂ€hlen beispielsweise: Bargeld, Guthaben auf Anlage-Konten, Sparguthaben, Bausparguthaben, Sparbriefe, Wertpapiere, Kapitallebensversicherung und Haus- und Grundeigentum und Eigentumswohnungen von unangemessener GrĂ¶ĂŸe sowie sonstige dingliche Rechte an GrundstĂŒcken.

Von Ihrem Vermögen bleibt unberĂŒcksichtigt: Ein Grundfreibetrag fĂŒr Sie und gegebenenfalls fĂŒr Ihre Partnerin oder Ihren Partner. Dieser Grundfreibetrag hat eine Höhe von jeweils EUR 150,00 fĂŒr jedes vollendete Lebensjahr. Sie können Ihren Grundfreibetrag also errechnen, indem Sie Ihr Alter mal 150 rechnen. Der Mindestbetrag des Grundfreibetrags liegt bei EUR 3.100,00. Dieser Grundfreibetrag gilt auch fĂŒr jedes leistungsberechtigte minderjĂ€hrige Kind. FreibetrĂ€ge fĂŒr notwendige Anschaffungen. Hier steht Ihnen und jeder Person, die in Ihrer Bedarfsgemeinschaft lebt, ein Freibetrag von EUR 750,00 zu.

Sonstige Altersvorsorge

Damit ist Vermögen gemeint, das Sie fĂŒr die Altersvorsorge aufgebaut haben – zum Beispiel in einer Lebensversicherung. FĂŒr jedes vollendete Lebensjahr stehen Ihnen und gegebenenfalls Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin EUR 750,00 anrechnungsfrei zu. Sie dĂŒrfen dieses Geld jedoch nicht benutzen, bevor Sie in den Ruhestand eintreten. Das wird vertraglich im sogenannten Verwertungsausschluss festgehalten.

Angemessener Hausrat

Ein angemessenes Kraftfahrzeug fĂŒr jede erwerbsfĂ€hige Person in der Bedarfsgemeinschaft.

Bitte beachten Sie, dass das Arbeitslosengeld II gemindert werden kann, wenn Sie sich ohne wichtigen Grund pflichtwidrig verhalten. Pflichtwidrig verhalten heißt: wenn Sie trotz schriftlicher Belehrung ĂŒber Rechtsfolgen sich weigern, Ihre in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Pflichten zu erfĂŒllen (die Eingliederungsvereinbarung schließen Sie gemeinsam mit Ihrer persönlichen Ansprechpartnerin oder Ihrem persönlichen Ansprechpartner), sich weigern, eine zumutbare Arbeit, Ausbildung, Arbeitsgelegenheit oder ein gefördertes ArbeitsverhĂ€ltnis aufzunehmen, fortzufĂŒhren oder deren Anbahnung durch Ihr Verhalten verhindern oder eine zumutbare Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit oder einer Ausbildung nicht antreten, abbrechen oder Anlass fĂŒr den Abbruch geben. Bei jeder dieser Pflichtverletzung kann fĂŒr eine Dauer von höchstens 3 Monaten das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs gemindert werden.

Beachten Sie auch Ihre Meldepflichten beim Jobcenter. Wenn Sie einer Meldeaufforderung des Jobcenters ohne wichtigen Grund nicht nachkommen, kann Ihr Arbeitslosengeld II um 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs gemindert werden. Jedes weitere MeldeversĂ€umnis kann zu einer weiteren Minderung in Höhe von 10 Prozent des Regelbedarfs fĂŒhren. Der monatliche Minderungsbetrag darf insgesamt nicht 30 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs ĂŒbersteigen. Eine Leistungsminderung darf nicht erfolgen, wenn dies im konkreten Einzelfall zu einer außergewöhnlichen HĂ€rte fĂŒhren wĂŒrde.

Werden diese Pflichten nachtrĂ€glich erfĂŒllt oder erklĂ€ren Sie sich nachtrĂ€glich bereit, Ihren Pflichten nachzukommen, soll das Jobcenter die Leistungen ab diesem Zeitpunkt wieder in vollem Umfang erbringen. Die Minderung darf ab diesem Zeitpunkt nicht lĂ€nger als einen Monat fortdauern.

  • GĂŒltiges Ausweisdokument: Personalausweis oder gĂŒltiger Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung
  • Nachweise ĂŒber vorhandenes Vermögen (beispielsweise Sparguthaben, Aktien, Wertpapiere, BausparvertrĂ€ge)
  • Nachweise ĂŒber Ausgaben, beispielsweise durch Vorlage von KontoauszĂŒgen (oder zum Beispiel Mietvertrag, Mietquittungen, Heizkosten, Unterlagen ĂŒber VersicherungsbeitrĂ€ge)
  • Nachweise bei frĂŒherem Leistungsbezug, auch bei einem anderen Jobcenter (Bewilligungsbescheid, Leistungsnachweis)
  • Falls Sie den Antrag im Anschluss an ein BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis stellen: Arbeitspapiere (auch KĂŒndigungsschreiben oder ErklĂ€rung zur Arbeitsaufgabe) Arbeitsbescheinigung (auszufĂŒllen durch den Arbeitgeber)

  • Sie sind erwerbsfĂ€hig. Das heißt, dass Sie mindestens 3 Stunden tĂ€glich arbeiten können und mindestens 15 Jahre alt sind und die Altersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung noch nicht erreicht haben. Wenn Sie nach 1963 geboren sind, liegt diese bei 67 Jahren. Sind Sie vor 1964 geboren, können Sie die fĂŒr Sie geltende Altersgrenze in der Tabelle in § 7a SGB II nachschauen.
  • Sie sind hilfebedĂŒrftig. Das heißt, dass Sie Ihren Lebensunterhalt und den Unterhalt Ihrer Bedarfsgemeinschaft nicht aus eigenen Mitteln und KrĂ€ften der Bedarfsgemeinschaft vollstĂ€ndig alleine decken können.
  • Sie haben keine vorrangigen AnsprĂŒche gegenĂŒber anderen LeistungstrĂ€gern oder anderen Personen, wie beispielsweise gegen geschiedene Ehepartner oder den Vater oder die Mutter Ihres Kindes.
  • Sie leben in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Arbeitslosengeld II zu bekommen, mĂŒssen Sie einen Antrag stellen. Dazu melden Sie sich bei Ihrem Jobcenter.

Arbeitslosengeld II schriftlich beantragen: Suchen Sie Ihr zustĂ€ndiges Jobcenter auf. Im Jobcenter wird Ihre persönliche Lage besprochen und Sie bekommen alle Antragsvordrucke und Unterlagen, die Sie ausfĂŒllen mĂŒssen. Die Antragsvordrucke finden Sie auch im Internet. FĂŒllen Sie die Antragsunterlagen auf Arbeitslosengeld II aus. Hierbei können Sie Hilfe im Jobcenter bekommen oder die AusfĂŒllhinweise benutzen in Deutsch oder in anderen Sprachen.
Geben Sie Ihre vollstÀndigen Antragsunterlagen in Ihrem Jobcenter ab. Dazu gehören auch: Mietvertrag, Heiz- und Nebenkostennachweis und Einkommens- und Vermögensnachweis.

Sie können auch den Antrag online stellen:

-> Zum Online-Antrag


Das Jobcenter entscheidet ĂŒber Ihren Antrag. Die Entscheidung ĂŒber Ihren Antrag wird Ihnen schriftlich per Post mitgeteilt.

Die Leistungen werden jedoch erst ab dem Monat gewĂ€hrt, in dem Sie den Antrag gestellt haben. Erhalten Sie derzeit noch Arbeitslosengeld, empfiehlt es sich, den Antrag frĂŒhzeitig vor Ablauf dieser Leistungen zu stellen, damit Sie nicht in finanzielle Not geraten.